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Der Wäschetrockner ist der Tod des Denkens

Früher, da gab es reichlich einfache Tätigkeiten, während derer man genügend Zeit und Muße zu kontemplativem Denken hatte. Diese Zeit war einfach da, also konnte man auch seine Gedanken schweifen lassen.
Heute ist das anders: da gibt es reichlich Geräte, die uns angeblich stumpfsinnige Arbeiten abnehmen. Und uns die Zeit stehlen, unsere Gedanken wandern zu lassen. Oder eigentlich sind wir selbst es, die uns diese Zeit nicht zugestehen.
Verstehen Sie mich richtig: auch wir besitzen einen Wäschetrockner, eine Waschmaschine und einen Geschirrspüler. Man sollte meinen: jetzt muß man nicht nebenher noch andere Dinge tun, da kann man sich ruhig hin setzen, ein Buch lesen oder ein wenig nachdenken.
Weit gefehlt, das tun wir nicht, jedenfalls die meisten nicht. Würden wir es tun, kämen wir uns verschwenderisch vor: so viel Zeit mit unproduktiven Tätigkeiten vergeudet! Sind sie wirklich unproduktiv? Kommt wohl darauf an, was genau man in dieser Zeit macht.
Menschen habe viele Facetten, immer nur einen bestimmten Themenkomplex zu bedienen kann zu psychischen Problemen führen. So gesehen kann es auch produktivitätssteigernd sein, ein gutes Buch zu lesen oder Musik zu hören. Und dann gibt es da noch einen Aspekt, der mir relativ unklar war, auch wenn jeder Mensch schon einmal sicherlich ansatzweise darüber nachgedacht hat: man kann sich mit Dingen beschäftigen, die eine Investition in die Zukunft sind. Das wurde mir angesichts eines spannenden Blogpostings von Amy Hoy mit dem Titel "Pricing your consulting: You're doing it wrong" klar.
Aus dieser Warte betrachtet kommt ein Großteil der Unzufriedenheit der meisten Berufstätigen, ob nun freiberuflich oder festangestellt tätig, aus der Unzufriedenheit it dem, was man tut. Sich eine Beschäftigung zu suchen, die man gerne macht und die evtl. auch noch gut bezahlt wird, dabei weitgehend frei in der Wahl von Arbeitszeit- und ort zu sein, das klingt zu schön um wahr zu sein. Mag auch sein, daß man all dies nicht immer oder nicht auf einmal verwirklichen kann, aber wer nicht losgeht, der kommt nicht an. In diesem Sinne: einen schönen Abend, ich geh schon mal los.