Ich vermute, Du beziehst Dich mit der Erwähnung der Tools auf http://twitter.com/RegineHeidorn/status/1024256636
Da es so viele Tools gibt, kann damit jedeR nach eigenem Geschmack die Tweets filtern. Eine (objektive) Qualitätsdiskussion braucht es dann nicht mehr und jedeR kann weiter nach eigenem Gutdünken twittern.
Ja, das ist “einfach nur Web2.0”: User suchen sich das, was ihnen zusagt und filtern den Rest aus. Und das ändert sich ja auch. Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn ich von der gleichen Person mal eine zeitlang gefollowt werde, dann eine zeitlang nicht und vielleicht später wieder wink

...schrieb Regine Heidorn am 26. 11. 2008 um 12:09 Uhr

Hallo Regine, ja auch auf deinen Tweet. Ich hab erst kürzlich ein solches Tool benutzt, wurde als relativ oft schreibender Twitterer eingestuft und hab deswegen genauer darüber nachgedacht. Völlig korrekt, man kann Kennzahlen entwickeln und anhand derer entscheiden, was man tut. Und ja, auch ich werde natürlich öfters mal entfollowed, aber ich bin ja schon groß wink Das Twitter-eigene Problem ist ja, daß ich nicht technisch filtern kann: wenn ich einen Stream abonniere, dann gänzlich. Die Last liegt also komplett beim Leser wink

...schrieb am 26. 11. 2008 um 12:24 Uhr

Klar, das ist Fluch und Segen von Twitter. Z. B. mit der Twitter-Suche lässt sich schon Einiges filtern, um das Grundrauschen zu reduzieren.
Je mehr Leuten ich folge, desto mehr nutze ich die Suche und sehe dabei ganz neue Nutzungsmöglichkeiten. Ich vermute, dass ich irgendwann dazu übergehen werde, meine Timeline gar nicht mehr abzurufen, Timeline = Twitter für Anfänger - Du Timeline-Twitterer! #Beleidigung2.0

...schrieb Regine Heidorn am 26. 11. 2008 um 12:31 Uhr

Also ich schreibe immer dann wenn ich Zeit habe und mir gerade was einfällt. So große Gedanken mache ich mir da gar nicht über Qualität oder Quantität.

...schrieb Frau Ährenwort am 26. 11. 2008 um 13:45 Uhr

@Regine: Kennst du TweetDeck? Das ist eine Twitter-Applikation auf Adobe Air Basis (noicht so doll), aber man kann in einem breiten Fenster mehrere Streams lesen: den eigenen, DM’s, @replies oder eine selbst konfigurierte Gruppe von Twitterern oder ein Filterexzerpt des eigenen Streams.

...schrieb am 27. 11. 2008 um 21:05 Uhr

Ja, von Tweetdeck habe ich gehört, aber ich will nicht mehr proprietäre Software verwenden als nötig wink
Mit der Suche kommt man auch schon sehr weit. Derzeit nutze ich Twitter in einer Mischung aus Suche (und da gibt es ja genügend weitere Auswertungstools) und Timeline. Die Timeline ist dabei so eine Art “Zufallsteaser” und wenn mich was interessiert, gehe ich dem mit der Suche nach. Die Suchergebnisse kann ich mir ja als Feed abonnieren, dann passt das ganz gut.
Wenn Leute die Hashtags sinnvoll benutzen, ist das schon hilfreich. Über die Such-Nutzung werd ich auch wieder auf neue Twitterer aufmerksam.
Mein Fazit: Wir müssen eh mit der zunehmenden Informationsflut umgehen. Sich da bei den Anderen zu beschweren, sie sollten weniger Output produzieren, halte ich nicht für den richtigen Weg. Also ich schliesse mich Dir an, Volker, die Last bleibt beim Leser, und, wie man hier in Berlin sagt, das ist auch gut so. Wenn einem die Follower wegrennen, wird man sich schon Gedanken machen wink

...schrieb Regine Heidorn am 28. 11. 2008 um 09:35 Uhr

@ Regine und Dr.Göbbels: Noch eine Option ist die Verwendung von PeopleBrowsr, die einem 3-Frame-Überblick verschiedene Optionen liefert, der Informationsflut über Twitter nachzukommen… Bekannt?

Den Sinn von Twitter hat übrigens auch die Süddeutsche am Wochenende gesucht… http://tinyurl.com/5r9d9o

...schrieb Martin am 08. 12. 2008 um 10:38 Uhr

Hallo Martin (wir können uns hoffentlich duzen? Alles so schön Web 2.0 hier wink
PeopleBrowsr kannte ich noch nicht, aber das GUI ist wirklich beeindruckend, vor allen, da man auch Suchen und Filter einsetzen kann.
Dein Blogposting über den Artikel in der Süddeutschen finde ich übrigens auch sehr lesenswert. Danke für die beiden Hinweise wink

...schrieb am 08. 12. 2008 um 21:08 Uhr

Twitter und der Sinn des Lebens

Unter Twitterern entwickelt sich immer wieder eine angeregte Diskussion darüber, was genau der Sinn von Twitter ist bzw. was und wieviel davon mal von sich geben sollte.

Aufschlüsseln kann man wohl 2 Kriterien:


  • Menge

  • Qualität


Allen diesen Kriterien liegt aber die Frage zu Grunde: was genau ist der Sinn von Twitter? Antwort: re ipse hat Twitter keinen Sinn. Der Sinn entsteht durch die Verwendung durch die User, also durch mich als Schreibenden und als Lesenden: was genau erwarte ich von den anderen Twitter-Usern?
Manche lassen alle 3-4 Tage ein Bon Mot ab, welches erahnen läßt, daß seine bauhausgleiche Einfachheit ein mehrtägiges Schnitzen an Worten erfordert hat. Warum sie das machen? Ich weiß es nicht, aber ich genieße oft das Ergebnis.
Andere posten hier und da einen Link auf eigene Produkte, Aktionen oder Angebote. Hier ist die Motivation ersichtlich und ich followe, wenn für mich vorher erkenntlich ist, daß es im wesentlichen um professionelle Promotion geht.
Eine weitere Gruppe schreibt wenige Tweets und wenn, dann steht irgendwas drin: Privates, ein interessanter Link, ein Kommentar auf einen anderen Tweet ... whatever.
Ich schließlich gehöre zu einer Gruppe von Leuten, die relativ viel von sich geben. Über den Nutzwert für andere kann ich nicht selbst urteilen, der kann unterschiedlich sein, je nach Blickwinkel.
Was Twitter für mich interessant macht ist die bisher nicht gekannte Mischung aus Menschen unterschiedlichster Herkunft, Interessengebiete und Denkart. Nirgends auf dieser Welt kann ich gleichzeitig Kontakt zu so vielen verschiedenen interessanten Menschen haben. Menschen sind nicht eindimensional, ich interessiere mich nicht nur für "Webentwicklung mit PHP", ich mag auch laut über Soziologie (Social Media, neue Ansätze für Lern- und Lehrstrategien, Massenphänomene etc.) nachdenken oder Menschen zuhören, die auf völlig anderen Gebieten tätig sind, seien es Weinspezialisten, Anwälte, Webshopbetreiber, Autoren oder Berater. Und da das Medium bidirektional ist, möchte ich auch antworten können, unidirektionale Medien langweilen mich häufig. Heisenberg sagte einmal: "WIssenschaft entsteht im Gespräch". Ich würde das ausdehnen auf Erkenntnisse im Allgemeinen.Durch unidirektionale Medien kann ich die Postulate einiger weniger konsumieren, aber nichts aktiv lernen (siehe Clay Shirky, "Here comes everybody").
Das alles führt fast zwangsläufig zu einer relativ großen Anzahl von Tweets pro Tag und ist sicherlich eine Belastung für Follower, die wenig Zeit fürs Lesen aufwenden wollen oder können oder 2000 Leuten gleichzeitig folgen.
Damit kommt auch die Frage nach anderen Medien auf:

  • Instant Messager: erlauben nur die Kommunikation mit Einzelnen oder geplante virtuelle Meetings mit wenigen vorher festzulegenden Personen

  • Blogs: nahezu unidirektionale Form der Kommunikation

  • Foren: sind fast ausschließlich themenzentriert und nicht unbedingt von den Menschen bevölkert, die ich gerne erreichen möchte

  • IRC: für Internet Releay Chat trifft ein Teil des zu Foren gesagten zu: auch hier handelt es sich um themenzentrierte Channels und manche Leute werde ich dort nie finden

  • Social Sites: Communities oder Networking Sites kommen der Erreichbarkeit per Twitter relativ nahe, die konkreten Diskussionsgruppen sind aber wieder meist themenzentriert.


Ich denke, abschließend ist der "korrekte Gebrauch" von Twitter nicht zu klären. Daher erübrigens sich auch Metadiskussionen über ein Medium in demselben. Manchmal kommt noch der Hinweis auf Tools, die zur Qualitätskontrolle auf Twitter dienen könnten ... da müßte dann zunächst geklärt werden, ob die Definition von Qualität und richtigem Twittergebrauch des Toolentwicklers mit der eigenen übereinstimmt, ansonsten sind diese Tools einfach nur Web 2.0 wink

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